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Glocke des
U-Kreuzers U 139

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Foto: pastbuy.net
Marinegeschichten
Glocke des U-Kreuzers U 139
Von Jan Heitmann
Geräusche, die eine Gefahr ankündigen, konnten auf See auch bei Sturm, Nebel oder Dunkelheit noch am ehesten wahrgenommen werden.
Deshalb waren Tonsignale von Pfeifen, Nebelhörnern oder Glocken lange Zeit in der Schifffahrt weit verbreitet. Schiffsglocken wurden darüber hinaus auch zur Befehlsübermittlung, zur Anzeige des Wachwechsels oder zur Zeitangabe verwendet. Ihr Klang bestimmte des Rhythmus an Bord. Lange wurden Schiffsglocken wie eine Kirchenglocke an einem Querbalken zwischen zwei von einem Rundbogen gekrönten Säulen aufgehängt. Bei den Kirchenglocken schwingen die Glocken selbst und schlagen gegen den Klöppel. An Bord dagegen blieb die Glocke starr und nur der Klöppel bewegte sich. Hier wurde der Klöppel mit dem Glockenstrang gegen den Klangkörper geschlagen, der in der Regel senkrecht hängen blieb. Die Glockenstränge waren meist aufwändig mit Zierknoten gefertigt. Mit dem Schiffsnamen und gelegentlich auch mit Verzierungen versehen, haben Schiffsglocken heute nur noch eine Zierfunktion und symbolischen Wert. Alte Originalglocken sind sehr begehrte Sammlerobjekte. Ganz besonders begehrt sind natürlich die Glocken von berühmten Schiffen und U-Booten.
Der Historiker, Museologe und Auktionator Wilfried Beer aus Witzhave bei Hamburg hat kürzlich in Privatbesitz die Schiffsglocke des Kaiserlichen Unterseekreuzers U 139 entdeckt. Dieses Boot stammt aus einer Baureihe von drei großen U-Booten, die ab August 1916 speziell für den Handelskrieg in Übersee konstruiert wurden. U 139 lief am 3. Dezember 1917 vom Stapel und wurde am 18. Mai 1918 in Dienst gestellt. Anders als bei U-Booten üblich, erhielt es nicht nur eine Nummer, sondern auch eine Bezeichnung. Namensgeber wurde der berühmte, im September 1917 nicht von Feindfahrt zurückgekehrte Kapitänleutnant Walther Schwieger, Träger des Ordens Pour le Mérite. Kommandant von U 139 wurde der hochdekorierte Korvettenkapitän Lothar von Arnauld de la Perière, der als erfolgreichster U-Boot-Kommandant aller Zeiten in die Geschichte einging. Als Kommandant des U-Kreuzer konnte er nur noch eine Feindfahrt machen, bevor der Krieg endete. Dabei war ihm allerdings nur wenig Glück beschieden, so dass das Versenkungsergebnis für ihn sehr unbefriedigend war. Eine Kollision mit einem feindlichen Schiff und der Kriegausgang zwangen ihn schließlich, die Operation abzubrechen und in die Heimat zurückzukehren. Bei dieser Fahrt mit an Bord war auch der an der Entwicklung dieses Bootstyps beteiligte Hans Fechter, der erste deutsche Marineingenieur-Offizier, der den Rang eines Admirals erreichte. U 139 wurde französische Kriegsbeute und blieb noch bis 1935 als HALBRONN in Dienst. Von Arnauld de la Perière machte noch eine glänzende Karriere und wurde in der Kriegsmarine Vizeadmiral, bis ein Flugunfall dem Leben dieses herausragenden Marineoffiziers im Februar 1941 ein Ende setzte.
Die Schiffsglocke des U-Kreuzers U 139 ist aus polierter Bronze und bringt das stolze Gewicht von etwa 50 Kilogramm auf die Waage. Zur Präsentation hängt sie an einer einem U-Boot-Turm nachempfundenen Aufhängung. Diese seltene Glocke steht zum Verkauf. Beer hat noch weitere marinehistorische Objekte im Angebot, darunter eine große Sammlung originaler Kriegstagebücher von teils berühmten Schiffen und Booten der Kaiserlichen Marine und der Kriegsmarine sowie den Nachlass des Kapitäns und Fliegergenerals Friedrich Christiansen, der als Kommandant des Flugbootes Do X weltberühmt wurde.
Quelle: Schiff und Zeit 66/2007.
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